Instinkte

 

 

Scheiße.

 

Ich weiß, Scheiße sollte man nicht sagen, das Wort gehört auch nicht zu meinem üblichen Sprachgebrauch, na ja, zumindest nicht zu meinem täglichen, aber ich sprach es ja auch nicht aus, dachte es nur. Verdammte Scheiße. Etwas anderes fiel mir in dieser Situation nicht ein, jedenfalls nicht im ersten Moment.

 

Mir gegenüber stand ein junger Mann, seine Miene verriet etwas Unsicherheit, aber er war immerhin nicht ganz so sprachlos wie ich. „Guck mal, was ich da habe.“ In seiner Stimme schwang so etwas wie Stolz mit. Ich brauchte gar nicht hinzusehen, was er mir gegen den Bauch drückte, denn ich spürte deutlich den Lauf einer Pistole durch mein T-Shirt.

 

Wie konnte ich mich selbst nur in eine derart prekäre Lage bringen? Musste ich tatsächlich den Helden spielen für ein Autoradio, das noch nicht einmal mir gehörte? Ja doch, ich bin Polizist, aber ich hatte frei heute! Und ich hätte, wie jeder andere auch, nach Hause laufen und die 110 wählen können. Aber nein, ich musste mich ja unbedingt als Retter der Menschheit, besser gesagt als Retter des Autoradios eines mir völlig unbekannten, womöglich auch noch teilkasko-ohne-Selbstbeteiligung-versicherten Nachbarn aufspielen! Aber auch ein unversichertes Radio wäre es nicht wert gewesen, sich dafür ein Loch in den Solar Plexus schießen zu lassen.

 

Wäre ich nur auf meiner Couch geblieben! Wie so oft war ich vor dem Fernseher eingeschlafen, nicht einmal die gepeitschten „Ruf-mich-an!“-Werbespots nach Mitternacht konnten mich in dieser lauen Sommernacht wecken. In der Tiefschlafphase, habe ich mal gelesen, werden zeitweise alle fünf Sinne des modernen homo sapiens völlig abgeschaltet. Ich weiß nicht, wie lange es deshalb dauerte, bis es Doni gelang, zunächst einmal meinen Geruchssinn zu erreichen. Aber sein warmer, nach einem Gemisch aus halbverdauten grünen Kutteln, schon gärenden Häppi-Happi-Hundeflocken und Stockfisch-Nachspeise stinkender Atem setzte wohl eine Art Domino-Effekt in Gang, welcher nacheinander alle meine Sinne in wachsender Geschwindigkeit reaktivierte. Zuletzt öffnete der meine Augen und ich blickte direkt in das vorwurfsvoll anmutende Gesicht meines Schäferhundes. Der saß nämlich hechelnd vor dem Sofa, seine schwarz glänzende Nase maximal zwei Zentimeter von der meinen entfernt. Und in seinen braunen Augen war überdeutlich die Frage zu lesen: GASSI?

 

Vielleicht war es auch weniger eine Frage als die ultimative Aufforderung: GASSI! JETZT! SOFORT! Üblicherweise fütterte ich meinen Hund vor der Tagesschau, um nach den Wetteraussichten noch eine letzte Runde mit ihm zu drehen. Obwohl ich Doni, der eigentlich den albernen Namen „Donner“ trug, erst seit ein paar Wochen hatte, war er längst an dieses Ritual gewöhnt und hatte seine Blasen- und Darmaktivitäten daran angepasst.

 

Mein Blick fiel auf die Uhr. Halb drei! Armer Hund! Dankbar dafür, dass der elf Monate alte Rüde besagte Aktivitäten so lange unter Kontrolle halten konnte, zog ich unbeholfen meine Schuhe an, schnappte mir seine Leine und wankte, noch immer schlaftrunken, in Richtung des brach liegenden Grundstücks gegenüber unserer Garagenzufahrt.

 

Beim Überqueren der Straße bemerkte ich noch zwei junge Kerle, die an einem uralten, aber tiefer gelegten und spurverbreiterten Ford Escort standen und sich rücksichtsvoll leise unterhielten. Ich nickte ihnen freundlich zu, aber sie waren wohl zu sehr in ihr Gespräch vertieft oder mit ihrem Auto, dessen Heckklappe offen stand, beschäftigt. Jedenfalls beachteten sie mich nicht weiter. Der Möchtegern-Sportwagen gehörte dem Sohn meines unmittelbaren Nachbarn, vermutlich einer von den beiden. Ich war erst kürzlich in dieses fränkische Dorf nahe Nürnberg gezogen und kannte noch kaum jemanden aus unserem Viertel.

 

Während Doni seinen Grundbedürfnissen erleichtert freien Lauf ließ, drehte ich mich nochmals um zu den Auto-Freaks. Irgendwie waren sie mir doch etwas merkwürdig vorgekommen. Entwickelt man als Polizist im Laufe der Jahre einen Instinkt für berufsspezifisch erfolgversprechende Situationen? Etwa so wie Dagobert Duck, der seinen Geldspeicher am Samstag zehnfach überversichert, weil er ahnt, dass die Panzerknacker diesen am Sonntag ausräumen werden? Oder, treffender noch, wie Winnetou, der seinen Pfeil reflexartig direkt ins Herz einer unsichtbar und ahnungslos im Gebüsch kauernden Wüstenratte schießt, weil sein Intuition im sagt, dass der Nager bis zum Morgengrauen heimlich seinen letzten Streifen getrocknetes Büffelfleisch fressen würde und Winni dann elend verhungern müsste?

 

Der dickere der beiden Jungs saß jetzt auf dem Fahrersitz des Fords und duckte sich immer wieder unter das Lenkrad, während der andere an der Beifahrertüre stand und scheinbar gelangweilt die Umgebung betrachtete. Scheiße, sagte ich leise. Nein, wahrscheinlich war es nur ein ’Verdammt!’ oder ’Mist!’ oder einfach nur ein winnetoumäßiges ’Uff!’, denn das Wort Scheiße kommt mir, wie eingangs erwähnt, nicht so oft in den Sinn geschweige denn über die Lippen. Jedenfalls stimmte da nicht nur intuitiv, sondern ganz offensichtlich etwas nicht. Die hatten das Auto geknackt!

 

Indianergleich duckte ich mich in den Busch, den Doni gerade noch mit hoch erhobenem Hinterbein ausgiebig begossen hatte, und beobachtete aus meinem tropfenden Versteck gespannt die Lage. Gestreng dem uns in der Ausbildung eingebläuten Grundsatz „Ruhe bewahren, Überblick verschaffen“, der bei uns Beamten fälschlicherweise manchmal auch als Phlegma interpretiert wird, verharrte ich mit angehaltenem Atem in meiner unbequemen Position. Polizeihundanwärter Doni bekam von all dem nichts mit, er frönte seiner eigenen Urinstinkte und schnüffelte während dessen mit verklärtem Blick an einer Duftmarke, die wahrscheinlich die läufige Pudelhündin von Hausnummer 8 in der Wiese hinterlassen hatte.

 

Mit Genugtuung stellte ich fest, dass der Einbrecherinstinkt der beiden Typen offenbar nicht sonderlich ausgeprägt war, denn sie bemerkten weder mich noch meinen inzwischen augenscheinlich total in eine Unbekannte verliebten Vierbeiner.

 

Von Blitzeinbruch konnte hier keine Rede sein, mein linkes Bein war bereits eingeschlafen, als der Dicke endlich wieder ausstieg. Gemeinsam mit seinem instinktfrei Schmiere stehenden Kumpel begutachtete er kurz seine Beute, das mühsam ausgebaute Radio-Kassetten-Deck, ehe beide scheinbar gelassen in Richtung der nächsten Querstraße schlenderten.

 

Zunächst ziemlich unentschlossen verließ ich meine Deckung und schüttelte erstmal mein taubes Bein wach. Was tun? Würde ich jetzt nach Hause laufen und die Kollegen rufen, wären die zwei bis zum Eintreffen der Streife längst über alle Berge. Und wie hätte ich eine detaillierte Täterbeschreibung für die Fahndung abgeben sollen? Einer groß und dünn, der andere kleiner, aber dafür dicker, beide dunkel gekleidet? Es war schlichtweg zu finster und ich zu weit weg gewesen, um Genaueres erkennen zu können.

 

Energisch nahm ich Doni an die Leine und die Verfolgung auf. Schließlich bist Du selbst Polizist, ein gestandenes Mannsbild, was könnten Pat und Patachon Dir schon entgegensetzen? redete ich mir fortwährend ein, während ich meinen Schritt beschleunigte. Und außerdem hast Du einen beinahe ausgewachsenen Schäferhund bei Dir, fast siebzig Zentimeter Stockmaß, dunkelgrau mit Furcht erregendem schwarzen Wolfsgesicht! Dass Doni erst am Anfang seiner Ausbildung stand, Beißen nur im Zusammenhang mit dem Verspeisen von Büffelhautknochen kannte, für ihn alle Menschen Freunde waren und er außerdem gedanklich noch mit den rasierten Beinen der Pudeldame beschäftigt war, wussten die beiden ja nicht! Unsere gemeinsame Erscheinung müsste reichen, um ihnen den Schneid abzukaufen, rechnete ich mir zweckoptimistisch aus.

 

Wie Winnetous Speerspitze sollte meine Stimme die Autoknacker treffen, ein scharfes „Stehen bleiben!“ wollte ich ihnen hinterher schleudern, als ich mich ihnen bis auf zwanzig Meter genähert hatte.

 

Doch ich hätte mich vorher räuspern sollen.

 

Denn was entwich meiner vor Aufregung zugeschnürten Kehle? Ein kläglich gekrächztes „Moment mal, bitte“! Ja, ich sagte sogar „bitte“! Und dies nicht mit dem donnerhallenden Klang eines Apachenhäuptlings, sondern quietschend wie Dagobert Ducks Badeente!

 

Dementsprechend war auch die Wirkung meiner Worte. Als wären sie nicht gemeint, als gäbe es hier noch viele andere, welchen meine freundliche Bitte hätte gelten können, gingen beide unbeeindruckt weiter. Erst als ich direkt hinter ihnen war, drehten sie sich mit scheinbar erstauntem Gesichtsausdruck zu mir um. „Meinen Sie uns?“ Die Frage des Kleineren war wohl eher rhetorischer Natur, der Dünne hielt sich aus der sich anbahnenden Diskussion erstmal raus. Ich hatte wenigstens meine Originalstimme, die zwar nichts mit Donnerhall, aber noch weniger mit Quietsche-Ente zu tun hat, wieder gefunden und antwortete: „Klar, wen sonst? Ihr habt doch eben das Auto da vorne geknackt! Wo ist das Radio, das ihr geklaut habt?!“

 

Welches Radio?“, wieder so eine rhetorische Frage des Dicken, der er noch eins draufsetzte: „Und welches Auto?“ Gleichzeitig hörte ich aber ein Geräusch, das ich - mit mehr einschlägiger Erfahrung - durchaus als das Aufprallgeräusch eines in weiche Erde fallenden Sony-Autoradios hätte identifizieren können.

 

Heute könnte ich das!

 

Aber so maß ich diesem ‚Plomp’ weiter keine Bedeutung zu, weshalb es mir entging, dass sich Dickerchen dieses Beweismittels entledigte, indem er es hinter den angrenzenden Zaun fallen ließ. Stattdessen besann ich mich meiner Position und Aufgabe: „Ich habe euch beobachtet! Ich bin Polizeibeamter, ihr seid vorläufig festgenommen!“ Ich fand, das klang sehr selbstbewusst und bestimmend, war schließlich auch nicht das erste Mal, dass ich jemandem die Festnahme erklärte. Widerspruch und Widerstand zwecklos!

 

Die Reaktion war erneut eine andere als die erwartete. „Der kann uns mal, komm, wir hauen ab“, raunte Patachon, der Wortführer seinem noch immer schweigsamen Gefährten zu und sprintete unvermittelt los. Kumpel Pat war darüber wohl selbst sehr überrascht, denn ehe auch er nur einen Schritt tun konnte, hatte ich ihn schon an seiner Jacke gepackt und festgehalten.

 

Doni aber, der dem Treiben bis dahin neutral bis desinteressiert gefolgt war, entdeckte nun einen seiner weiteren Urinstinkte: den Einholtrieb! Passionierte Jogger und Radfahrer kennen dieses Phänomen zur Genüge, dass die meisten Hunde alles verfolgen und einholen müssen, was sich schnell an ihnen vorbei oder von ihnen weg bewegt. Dieser mehr oder weniger stark ausgeprägte Trieb, der gesellschaftlich ein eher geringes Ansehen genießt, wird in der polizeilichen Hundeausbildung gefördert, kanalisiert und genutzt, um beispielsweise fliehende Autoknacker zu stellen. Im Lehrplan auf Donis Weg zum geprüften Polizeihund war dieser Punkt zwar noch weit entfernt, aber zu meiner Verblüffung riss er mir die Leine aus der Hand und rannte dem davon stürzenden Autoradio-Fan hinterher.

 

Der freudigen Überraschung folgte sogleich die Ernüchterung. Apropos freudig: Schon Sigmund Freud wusste, dass der Sexualtrieb der stärkste aller menschlichen Instinkte ist. Selbiges gilt wohl auch für den Deutschen Schäferhund, denn nach wenigen Metern bremste Doni abrupt ab, um sich nunmehr wichtigeren Dingen, nämlich einer weiteren Duftmarke dieses blöden Pudels am Straßenrand zu widmen.

 

Das müssen wir noch üben“, nahm ich mir vor und wandte mich wieder meinem Fang zu, der das Szenario wie ich mit offenem Mund beobachtete und dabei wohl vergaß, sich meinem festen Griff weiter zu widersetzen.

 

Und Du gibst mir jetzt Deinen Ausweis“, forderte ich ihn auf und ließ ihn vorsichtig los. Scheinbar resigniert griff er in Richtung seiner Gesäßtasche, doch was er hervorholte, war kein Personaldokument, sondern es dokumentierte eher seine Entschlossenheit, doch noch unbeschadet aus dem Schlamassel heraus zu kommen. „Guck mal, was ich da habe.“

 

Unwillkürlich trat ich einen Schritt zurück, als könnte eine Pistolenkugel aus einem Meter Entfernung weniger Schaden an meinen sich zusammenziehenden Eingeweiden anrichten. Mein Blick fiel nun doch kurz auf den Ballermann. Ich erkannte eine Walther PPK, Kaliber 7,65 mm, genau das Modell, das wir vor einigen Jahren wegen mangelnder „Mann-Stopp-Wirkung“ ausgemustert und durch eine größere Wumme ersetzt haben. „Mensch, mach kein’ Scheiß“, nun hatte ich das Wort doch ausgesprochen, aber was tut man nicht alles, um Zeit zu gewinnen. Ich erinnerte mich an Berichte, dass Amokläufer selbst durch sieben Kugeln dieser Waffe im Körper nicht aufzuhalten waren, ihr zerstörerisches Werk zu vollenden. Wahrheit oder Legende?

 

Egal, mir reichte schon allein die Option, ein einziges dieser kleinen Geschosse einzufangen, um mich so zu stoppen, als wäre ich gegen eine Wand gelaufen. Der armselig schlaksige Pat war urplötzlich zu Conan, den Barbaren, mutiert! Waffen machen Leute.

 

Und was machten meine Instinkte? Drei von ihnen begannen miteinander zu ringen, nämlich der Selbsterhaltungstrieb gepaart mit dem Fluchtreflex gegen den aufkeimenden urzeitmännlichen Kampftrieb. Zu meiner eigenen Überraschung gewann letzterer, denn ich stülpte so plötzlich wie blitzartig meine linke Hand über die Pistole, drückte sie nach unten und schob dabei deren Schlitten ein Stück nach hinten, was verhinderte, dass Conan den Abzug durchziehen konnte. Dieses Vorgehen war keineswegs trainiert, ich hatte den Trick lediglich mal in einem Krimi gesehen und erinnerte mich wohl zufällig daran. Und er funktionierte!

 

Ich könnte nun behaupten, dass, wie in genanntem Krimi, auch gleichzeitig meine Rechte nach vorne schnellte, krachend mitten im Gesicht des Barbaren landete und diesen niederstreckte. Aber alles, was ich in diesem Moment zustande brachte, war eine halbherzige Ohrfeige, die mein Gegenüber nicht sonderlich beeindruckte. So entspann sich eine aberwitzige Rauferei um die Pistole, derer ich habhaft werden wollte, er aber ums Verrecken nicht herzugeben gedachte. Wir kugelten über den Asphalt, bis mein Ellenbogen eher versehentlich als gezielt, aber mit Wucht die Nase meines Kontrahenten seitlich von unten traf. Jeder kann sich vorstellen, wie dieser Schmerz in Mark, Nasenbein und Stirnhöhle fährt. Der Kampf war abrupt beendet.

 

Conan verwandelte sich zurück in Pat und ließ die Pistole los, da er jetzt beide Hände benötigte, um sich die pochend anschwellende Nase zu halten. Allein das wortlose, nochmalige Heben meiner geballten Faust genügte, um ihn zu veranlassen, mir nun endlich seinen Ausweis zu geben. Ich behielt die Faust oben: „Wie heißt Dein Kumpel?“ Er nannte mir Namen und Adresse und hätte mir wahrscheinlich sogar Geburtsdatum und Telefonnummer gesagt, wenn die ihm gerade eingefallen wäre. Scheiße, diese Nase musste wirklich richtig wehtun! Inzwischen konnte man ihr das sogar ansehen, sie war dunkellila angelaufen und in etwa doppelt so dick wie vorher. Ich müsste lügen, wenn ich bestreiten wollte, dass mir dieser Anblick in Anbetracht der vorangegangenen Geschehnisse ein klein wenig Befriedigung verschaffte. Nur ein kleines bisschen.

 

Wie Winnetous Speerspitze traf mich die donnerhallende Aufforderung von hinten: „Polizei! Werfen Sie die Waffe weg! Und Hände hoch!“

 

So ist das im Leben, kaum scheint ein Problem leidlich gelöst, taucht das nächst größere auf. Ich tat, wie mir geheißen, die Pistole rutschte ein Stück Richtung Rinnstein, während ich meine Handflächen beschwichtigend in Richtung des Kollegen streckte.

 

Zum Glück dauerte es nur kurze Zeit, um zu klären, dass ich einer von den Guten bin und der andere, der mit der dicken Nase, der, der gerade die Straße runter rannte, der Böse ist. An der Ecke lief er direkt in die Arme des zweiten Beamten, der sich dort postiert hatte, und ließ sich widerstandslos nochmals festnehmen.

 

Doni fiel mir erst jetzt wieder ein. Er war verschwunden! Er war nach Hause gelaufen und wartete zusammengerollt vor der Haustüre. Hätte er telefonieren können, er hätte bestimmt die Polizei gerufen. Aber Telefonieren gehörte nun mal nicht zu seinem Ausbildungsplan.

 

Die beiden Autoknacker wurden später zu Haftstrafen verurteilt, Patachon zu 9 Monate auf Bewährung, Conan zu einem Jahr und 8 Monaten wegen Diebstahls mit Waffen und Widerstands gegen Dorfindianer. Die Waffe war übrigens eine Gaspistole, deren Abzugsmechanismus ohnehin total eingerostet war.

 

Doni wurde nach dem Vorfall leider für dienstunfähig erklärt und vorzeitig in Pension geschickt. Seinen Ruhestand durfte er allerdings bis zu seinem Lebensende in der Obhut meiner Mutter genießen, da ich es nicht fertig brachte, ihn an den Züchter zurück zu geben.

 

 

 

©Elmar Heer